Die Ukraine fordert die Aufhebung der Hafenblockade, um eine weltweite Nahrungsmittelkrise zu verhindern.

Bild: Die ukrainische Flagge ist auf diesem Bild, das am 9. Mai 2022 aufgenommen wurde, mit Körnern bedeckt. / REUTERS/Dado Ruvic

Am 9. Mai 2022 erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Gesprächen mit dem Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel, dass der Handel in den ukrainischen Häfen derzeit zum Stillstand gekommen sei und er hoffe, dass die internationale Gemeinschaft unverzüglich Maßnahmen ergreife, um die von Russland verhängte Exportblockade für Weizen aufzuheben und eine weltweite Nahrungsmittelkrise zu verhindern.

Selenskyj sagte, die russische Blockade verhindere die Ausfuhr ukrainischer Landwirtschaftsprodukte, was dazu führe, dass Dutzende von Ländern in der ganzen Welt an den Rand einer Lebensmittelknappheit gerieten. Die Situation wird sich im Laufe der Zeit wahrscheinlich noch verschlimmern.

Nach Angaben des Internationalen Getreiderats ist die Ukraine in den Jahren 2020-2021 der viertgrößte Maisexporteur und der sechstgrößte Weizenexporteur der Welt.  Der ukrainische Landwirtschaftsminister Mikola Solsky sagte am Montag, dass der russisch-ukrainische Krieg zu einem Rückgang der Anbauflächen für die ukrainische Frühjahrskultur in diesem Jahr um 25-30 % im Vergleich zu 2021 geführt hat.

Außerdem sagte ein Beamter der UN-Nahrungsmittelagentur, dass die Blockademaßnahmen Russlands dazu geführt haben, dass fast 25 Millionen Tonnen Getreide in der Ukraine zurückgeblieben sind. UN-Generalsekretär António Guterres warnte letzte Woche, dass die Nahrungsmittelknappheit nicht behoben werden könne, ohne die Ausfuhr ukrainischer Landwirtschaftsprodukte auf die Weltmärkte wieder aufzunehmen.

Kommentar:
Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat sich die weltweite Nahrungsmittelkrise Schritt für Schritt zugespitzt. Selbst in Europa, ganz zu schweigen von den Entwicklungsländern oder den Ländern mit Entwicklungsrückstand, spüren die Menschen neben den steigenden Preisen für Energieprodukte auch den Preisanstieg für Waren des täglichen Bedarfs. Die wichtigsten Grundnahrungsmittel wie Mehl und Sonnenblumenöl sind nur begrenzt verfügbar oder über lange Zeiträume hinweg nicht vorrätig. Diese Probleme werden sich noch verschärfen, je länger der Krieg in der Ukraine andauert.

Quelle: NSFC News/https://www.reuters.com/world/europe/ukraine-exported-over-1-million-tonnes-grain-april-despite-war-2022-05-09/
Veröffentlicht von: LK