đŸ‡©đŸ‡Ș Offener Brief an Prof. Dr. Englert zu seinem Vortrag an der Uni Konstanz

08.06.2021

Autor: Danny

Lektorat: Deus, Mild Seven

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Englert,

als ein Chinese, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, war ich schockiert ĂŒber Ihren Vortrag an der UniversitĂ€t Konstanz am 11. Nov. 2019 und die Punkte, die Sie in Ihrer Rede erwĂ€hnten. Als ein deutscher Professor und ein ehemaliger StaatssekretĂ€r im Wirtschaftsministerium des Landes Rheinland-Pfalz sind Sie von der deutschen Gesellschaft als “Chinaexperte” anerkannt. Das chinesische politische System ist fĂŒr viele Chinesen sehr kompliziert. Es ist sehr beeindruckend, dass Sie sich so gut auskennen. Gerne möchte ich mit Ihnen ĂŒber gewissen Punkte in ihrem Vortrag diskutieren, welche mir sehr umstritten oder sogar unwahr vorkommen.

Bildquelle: Youtube-Screenshot des Vortrags vom Prof. Dr. Englert an der Uni Konstanz
  1. Über Menschenrechte und MenschenwĂŒrde

Wie Sie in Ihrem oben erwĂ€hnten Vortrag gesagt haben, dass die MenschenwĂŒrde nach der Geburt in Deutschland in vollem Umfang geschĂŒtzt wird und dass man die MenschenwĂŒrde als höchstes Gut betrachtet. In China ist die MenschenwĂŒrde nicht mit der Person verbunden. Die MenschenwĂŒrde ist ein Ergebnis der Sozialisation. Die MenschenwĂŒrde wird durch Bildung und SelbstbemĂŒhung erworben und kann verloren gehen, wenn man ein Verbrechen begeht. Zum Beispiel haben die Chinesen kein Problem damit, die Organe eines zum Tod verurteilten Gefangenen zu verwenden, bevor dieser sein Leben verliert. Es ist also das genaue Gegenteil eines kulturellen Kontrastes und völlig nutzlos, wenn deutsche Politiker nach China rennen und der Kommunistischen Partei vorwerfen, dass sie von MenschenwĂŒrde reden und mit dem Finger auf Menschenrechtsprobleme zeigen. Die Chinesen haben eine ganz andere Perspektive, wie zwei ZĂŒge, die nicht auf derselben Schiene in entgegengesetzte Richtungen fahren. Es gibt keine Kreuzung.

Dazu wĂŒrde ich sagen, dass die menschliche Gesellschaft voll von Liebe, gegenseitigem Respekt und Hilfe fĂŒreinander sein sollte. Nur in der Tierwelt herrscht das Gesetz des Dschungels, wo die Schwachen ausgebeutet und willkĂŒrlich umgebracht werden. Die Bedeutung, die die deutsche Gesellschaft der MenschenwĂŒrde beimisst, ist unter dem Gesichtspunkt der MenschenwĂŒrde ein zivilisatorischer Fortschritt.

Aber die von Ihnen beschriebene Sichtweise der Menschenrechte und der MenschenwĂŒrde der chinesischen Gesellschaft ist extrem radikal und unverantwortlich, weil Ihre Aussage nur die Ideologie der kommunistischen herrschenden Klasse in China und einiger mĂ€chtigen „Eliten“ reprĂ€sentiert, was fĂŒr das chinesische Volk nicht zutrifft. In Ihrem gesamten Vortrag gibt es drei Begriffe, die Sie nicht geklĂ€rt bzw. genau wie die chinesische Regierung absichtlich verwischt haben: “China”, “chinesisches Volk”, “chinesische Regierung (nĂ€mlich die Kommunistische Partei Chinas)”.

  • China: es kann ein kulturelles Konzept sein, wie z.B. Festlandchina und Taiwan, wir sind ein China, weil wir die gleichen kulturellen Wurzeln haben. Es kann auch ein geographisches Konzept sein, aber natĂŒrlich kann es leicht politisiert werden.
  • Der Begriff „Chinesen“: bezieht sich auf das Volk, das in China lebt oder auf diejenigen, die in Übersee leben und sich mit der chinesischen Kultur identifizieren.
  • Der Begriff „Chinesische Regierung“: bezieht sich auf die einzige politische Partei in China, nĂ€mlich die Kommunistische Partei Chinas (KPCh).

Die KPCh ist eine teuflische Organisation, die die legitime Macht Chinas 1949 illegal und gewaltsam an sich gerissen hat. Was die Herkunft der KPCh betrifft, das sollten Sie als ein deutscher Gelehrter besser wissen als jeder andere. Um Familien zu zerstören, um das Privateigentum zu vernichten und um gemeinsam das Eigentum und die Frauen zu teilen, schufen Karl Marx und Friedrich Engels das Theoriesystem des Kommunismus; Lenin, der russische LandesverrĂ€ter, setzte diese Theorie zunĂ€chst mit Gewalt, Mord, Menschenrechtsverletzungen in die Praxis um und starb schließlich an einer Geschlechtskrankheit; Stalin, der georgische BankrĂ€uber, setzte die Theorie des Kommunismus fort und stĂŒtzte das kommunistische Regime in China, das die Welt seit 1949 erlebt. Es ist die Kommunistische Partei Chinas, die die kommunistische Ideologie hochhĂ€lt.

Wie kann eine solche politische Partei, die Gewalt, Mord und Menschenrechtsverletzungen ausĂŒbt, dem chinesischen Volk Menschenrechte und MenschenwĂŒrde gewĂ€hren? Die chinesische Nation hat eine Geschichte von ersten und zweiten 5.000 Jahren, nĂ€mlich fast 10.000 Jahren. Seit 1921 schwebte das Gespenst der kommunistischen Ideologie ĂŒber China. Die KPCh existiert also 100 Jahre in China. Das ist eine lange Zeit fĂŒr ein Individuum, aber fĂŒr die 10.000-jĂ€hrige Geschichte der Chinesen ist es nur eine kurze Zeitspanne. In gewissem Sinne waren diese 100 Jahre eine 100-jĂ€hrige Kolonisierung aller Chinesen durch den Kommunismus. Das Niedertrampeln der Menschenrechte und der MenschenwĂŒrde des chinesischen Volkes durch die KPCh ist ein Verbrechen gegen die Menschheit.

In der chinesischen Kultur gibt es ein altes Sprichwort: “Die Haare und die Haut des Körpers sind die der Eltern, wir wagen es nicht, sie zu zerstören.” Wie können die Organe von Gefangenen zwangsweise verwendet werden, ohne dass die Gefangenen selbst oder ihre Familienangehörigen der Organentnahme zugestimmt haben? Schlimmer noch, die KPCh entnimmt menschlichen Organe von lebenden Menschen. Sind die Chinesen keine Menschen? Haben Sie die Familienangehörigen der verurteilten HĂ€ftlinge persönlich befragt? Haben Sie jemals auf ihre GefĂŒhle gehört? Wir, Frienden liebende Chinesen teilen die von Ihnen propagierte “Kultur“ nicht, denn die Art von Kultur ist extrem unmenschlich. Die Aussagen der FunktionĂ€re der KPCh, die Sie kontaktiert haben, reprĂ€sentieren nicht die Denkweise des chinesischen Volkes. Als ein deutscher Professor ist es unverantwortlich, an deutschen UniversitĂ€ten die offizielle und unmenschliche Ideologie der kommunistischen chinesischen Regierung zu verbreiten. Anstatt bei jungen Deutschen eine korrekte Wahrnehmung des chinesischen Volkes zu fördern, nutzen Sie als ein angesehener “Chinaexperte” Ihre Position, um sie mit falschen Vorstellungen zu indoktrinieren.

Es ist schwierig fĂŒr NGOs in China zu ĂŒberleben, nicht weil das chinesische Volk diese Organisationen ablehnt, sondern weil die KPCh sie verhindert, dass sie in China tĂ€tig sind und dass das untergedrĂŒckte chinesische Volk die Außenwelt kennenlernt. Dem von der KPCh versklavten chinesischen Volk soll der Zugang zu Informationen aus der Welt verwehrt bleiben. Niemand darf das wahre Gesicht der hinterlistigen, niedertrĂ€chtigen und menschenverachtenden KPCh erkennen.

“Mit zunehmender Bildung und wirtschaftlichem Konsum steigt auch der Wunsch der Menschen, sich an der Politik zu beteiligen. Die KPCh versucht, in die entgegengesetzte Richtung zu lenken. Sie können nicht erkennen, warum das so ist? “Allein diese Aussage macht mich schon sprachlos, lieber Sinologe und Professor Englert. Können Sie wirklich eine so einfache und klare Fragestellung nicht beantworten? Wissen Sie wirklich nicht, dass das chinesische Volk keine Stimmenrechte hat? Wie soll sich das chinesische Volk an der Politik in einer Gesellschaft beteiligen, die von einer Kombination aus LĂŒgen, Gewalt und Diktatur geprĂ€gt ist? Hat sich das deutsche Volk unter der Nazi- und SED Diktatur politisch frei Ă€ußern können?

“Deutsche Politiker kommen nach China und werfen ihnen vor, ĂŒber MenschenwĂŒrde zu reden und mit dem Finger auf Menschenrechtsproblem zu zeigen. “Wie sehr wĂŒnscht man sich, dass dies die Praxis konkreter und praktischer Handlungen wĂ€re, aber Tatsache ist, dass es nur Worte sind und keine wirklichen Taten. Angesichts der wirtschaftlichen AbhĂ€ngigkeit Deutschlands von der KPCh scheut sich die deutsche Regierung, zumindest im Moment, davor, wirklich etwas zu unternehmen. Die so genannten Menschenrechte in der westlichen Gesellschaft sind also nur ein Tauschmittel, um einen Deal mit der KPCh zu machen. Ich hoffe, dass Deutschland, als ein wichtiges Mitglied der EU, bald aufwacht, Sie zahlen bereits den Preis fĂŒr Ihre Gier! Als die KPCh junge Studenten auf dem Tiananmen massakrierte, haben Sie nichts gesagt; als sie Tibeter töteten, haben Sie nichts gesagt; als sie Menschen in Xinjiang töteten, haben Sie nichts gesagt; als sie Menschen in Hongkong töteten, haben Sie auch nichts gesagt …… Was ist jetzt? Die ganze Welt steht im Schatten des Todes durch das Corona-Virus. Ende 2019 breitete sich die Epidemie heimlich in Wuhan aus, die Stadt wurde gesperrt, Straßen, Autobahnen, HochgeschwindigkeitszĂŒge und Flugzeuge von Wuhan in andere StĂ€dte innerhalb Chinas wurden verboten, stattdessen konnten die Flugzeuge nach Europa und in die USA fliegen, wollen deutsche Politiker und das deutsche Volk wirklich die Wahrheit dahinter nicht wissen? Wie viele Menschen sind in Wuhan an dem Virus gestorben? Haben Sie wirklich nichts von Frau Dr. Limeng Yan, die aus Hongkong geflohen ist, gehört? Wer mit dem Teufel tanzt, wird vom Teufel in die Hölle gefĂŒhrt.  Wachen Sie auf und reden Sie die Wahrheit, Herr Professor und Herr Sinologe!

  • Über Anti-Korruption

Vielleicht steht es Ihnen als ein Sinologe nicht zu, dies öffentlich zu sagen, aber Sie sollten vielleicht wissen, dass der Kampf gegen die Korruption nur ein Vorwand im internen Machtkampf der KPCh ist, unter dem eine Fraktion die Gelegenheit nutzt, die andere “legal” zu besiegen. Das ist etwas, was die meisten Chinesen mit der FĂ€higkeit zum eigenstĂ€ndigen Denken wissen. Sie haben eine Passage von Han Feizi, einem Vertreter des alten chinesischen Legalismus, zitiert, aber der Kampf der KPCh gegen die Korruption hat nichts mit Han Feizi, dem Legalisten, zu tun.

  • Über die schamverurteilende Gesellschaft in China

Das Beispiel mit den MĂŒttern von zwei kleinen Kindern ist keineswegs allgemeingĂŒltig. Die Eltern finden heutzutage immer zuerst heraus, was genau los ist, das ist nicht exklusiv fĂŒr deutsche MĂŒtter. Das Beispiel, das Sie im Vortrag genannt haben, diente lediglich dazu, Ihren Standpunkt zu vertreten. Offensichtlich ist Ihr Standpunkt auch unhaltbar, weshalb Sie so ein lahmes Beispiel anfĂŒhrten, um zu beweisen, dass China eine schamverurteilende Gesellschaft ist.  Sie erwĂ€hnten auch die großformatigen Plakate wĂ€hrend der Kulturrevolution.  Sie glauben, dass es angemessen ist, diese abscheuliche Ära Chinas, angefĂŒhrt von den roten Kommunisten, zur Charakterisierung der chinesischen Gesellschaft zu verwenden. Das ist definitiv falsch. Man sollte sich ĂŒber diesen Gedanken schĂ€men. FĂ€nden Sie richtig, wenn ein chinesischer Germanist behaupten wĂŒrde, dass die Nazi-Zeit charakterlich fĂŒr Deutschland und das deutsche Volk wĂ€re?

Die Kulturrevolution war eine Zeit, in der Menschen Menschen willkĂŒrlich umbrachten, in der jeder von den Kommunisten einer GehirnwĂ€sche unterzogen wurde bis zum Punkt der Umnachtung und des Mangels an Menschlichkeit, in der Kinder ihre Eltern anzeigten, in der sich Ehepartner gegenseitig anschwĂ€rzten und in der die Menschlichkeit eines jeden auf eine extreme Probe auf Leben und Tod gestellt wurde. Das Kind musste die Eltern kritisieren und sich fĂŒr ihre Handlungen schĂ€men, um zu zeigen, dass es sich von ihnen distanziert, umgekehrt auch so. In Ă€hnlicher Weise denunzieren sich EhemĂ€nner und Ehefrauen gegenseitig und schĂ€men sich fĂŒr das Verhalten des jeweils anderen, um eine Grenze zum anderen zu ziehen.

In der Tat sollen sie eine Familie aus Liebe, Zuneigung und gegenseitiger Hilfe bilden. Warum zeigt man sich trotzdem gegenseitig an? Es ging nur darum, am Leben zu bleiben. Wenn man der Diktatur nicht folgt, wird man getötet oder gemeinsam zu Tode kritisiert und denunziert.  SelbstverstĂ€ndlich gab es auch viele liebende Paare, die diese Art von seelischer Folter nicht ertragen konnten und gemeinsam Selbstmord begingen, um sich zu erlösen.

Das zeigt, dass es eine Zeit war, in der die Menschenrechte und die MenschenwĂŒrde durch die Kulturrevolution unter kommunistischer Herrschaft mit FĂŒĂŸen getreten wurden. Das ist nicht die Norm des Lebens des chinesischen Volkes, es ist ĂŒberhaupt nicht das, was das chinesische Volk will. Man kann nicht einfach und grob diese Geschichte benutzen, um das gesamte chinesische Gesellschaftsmuster zu verallgemeinern, was offensichtlich eine typische Verallgemeinerung oder sogar eine bewusste Verzerrung ist. Wer das tut, macht Propaganda fĂŒr die rote Diktatur.

Verwenden wir die Analogie einer normalen Person, die wĂ€hrend ihres Lebens einige SchicksalsschlĂ€ge erfuhr und einige abnormale Reaktionen zeigte. Diese Periode der geistigen Stimulation wurde zufĂ€llig von Ihnen gesehen und der Eindruck von ihr nach der geistigen Stimulation wurde in Ihrem Kopf hinterlassen. Sie waren auch wĂ€hrend der Kulturrevolution in China und wurden ein Zeuge des miserablen Zustands des chinesischen Volkes, das von der Kulturrevolution gequĂ€lt wurde. Sie haben immer gedacht, dass die chinesische Gesellschaft so ist, was komplett irre und falsch ist.  Jetzt sollten Sie verstehen, dass es abnormal war. Es war eine Reaktion der Selbstverteidigung bzw. Instinkt zum Überleben.

Bis heute benutzt die KPCh die Sippenhaft, um das chinesische Volk zu beherrschen. Wenn ein Familienmitglied etwas gegen die Partei sagt oder tut, z. B. schlecht ĂŒber das Zentralkomitee der Partei redet, leidet die ganze Familie darunter. Um zu verhindern, dass andere Familienmitglieder mit hineingezogen werden, ĂŒberwachen sich die Familienmitglieder deshalb gegenseitig, damit nicht die ganze Familie wegen des “Verbrechens” einer Person leidet. Letztlich ist dies ein Spiegelbild der fehlenden Rechtsstaatlichkeit in China, nicht dass China eine schamverurteilende Gesellschaft ist. Oder besser gesagt, Sie haben nur das PhĂ€nomen beschrieben und trauen sich nicht, die Ursachen zu nennen.

  • Über die EinfĂŒhrung des Sozialkreditsystems

Ihre UnterfĂŒtterung und ErklĂ€rung als Antwort auf diese Frage sind wirklich verblĂŒffend. Sie sagten, die Deutschen haben die Angewohnheit, das Gesetz zu befolgen, weil sie die religiösen Gebote verinnerlicht haben. Nach Ihrer Logik mĂŒssten alle LĂ€nder mit religiösem Glauben diese Verinnerlichung der religiösen Gebote haben und gute gesetzestreue BĂŒrger sein, was eindeutig nicht der Fall ist.

In zivilisierten LĂ€ndern, in denen Rechtsstaatlichkeit herrscht, glauben die Menschen, dass das Gesetz Streitigkeiten lösen kann, also wird jeder das Gesetz befolgen und versuchen, Streitigkeiten mit rechtlichen Mitteln zu lösen. Zum aktuellen Stand der Rechtsstaatlichkeit in China: Sie erwĂ€hnten vorhin den Kampf gegen die Korruption. Wer sind die korrupten Leute im Kampf gegen die Korruption? Es sind die mĂ€chtigen Beamten der KPCh, die sowohl Gesetzgeber als auch Gesetzesbrecher sind, die nicht als Vorbilder fungieren. Diese Nichteinhaltung des Gesetzes erfolgt von oben nach unten, so dass sie zu einem schwachen Rechtsbewusstsein in der gesamten Gesellschaft fĂŒhrt. Egal, was sie tun, das erste, was den Menschen in China in den Sinn kommt, ist, Verbindungen zu anderen zu finden, die einem behilflich sein könnten.

Der Grund, warum die Menschen dem Gesetz nicht gehorchen, ist also, dass die KPCh nicht die Ansichten des chinesischen Volkes achtete, als sie das Gesetz entwarf, so dass die Angemessenheit des Gesetzes nicht gegeben ist. Außerdem befolgen die FunktionĂ€re der KPCh das Gesetz in erster Linie nicht, aber sie zwingen das Volk auf, dies zu tun. Deshalb gibt es keine Gerechtigkeit in China. Mehr noch, seit Xi Jinping an die Macht kam, wurde die Grundlage der Gesetze des Landes – die Verfassung nach Belieben geĂ€ndert, so dass er auf Lebenszeit regieren kann, was bedeutet, das kaiserliche System wiederherzustellen und ein Kaiser zu werden! Nach Ihrer Logik ist Xi Jinpings EinfĂŒhrung des Sozialkreditsystems wie die Zehn Gebote, die Moses dem Volk brachte, was einfach absurd ist, aber vielleicht gefĂ€llt Xi Jinping Ihre Analogie.

Es ist bekannt, dass es in China keine Religionsfreiheit gibt und die Christinnen und Christen in China brutal verfolgt werden und viele sich in Untergrundkirchen verwandelt haben. Da Xi die Verfassung geĂ€ndert hat und der Kaiser wurde, ist sein nĂ€chster Schritt, Gott zu werden. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften argumentiert bereits damit, dass Xi der Gott der Bibel, Jesus Christus, ist. Ihre Theorie ist also sehr relevant fĂŒr das BedĂŒrfnis von PrĂ€sident Xi Jinping, vor allem, wenn Sie als ein Professor aus einem Land mit christlichem Glauben so denken, wird PrĂ€sident Xi sehr glĂŒcklich darĂŒber sein und Ihre Aussage schĂ€tzen.

WĂ€hrend Ihrer Frage- und Antwortrunde stellte ein Zuhörer eine Frage ĂŒber junge Chinesen, die nach Deutschland gekommen sind. “Chinesische Lernmaschinen schreiben zum Teil schreckliche Artikel auf dem Niveau eines 16-JĂ€hrigen in Deutschland oder Frankreich, ihnen fehlen viele Entwicklungsbereiche, die Hirnnerven sind nur auf das Lernen gerichtet, sie denken nicht. Da ist alles nur Textverarbeitung und nicht das Ergebnis eigenen Denkens.” Ich widerspreche Ihnen in diesem Punkt nicht, denn ich denke, dass es dieses PhĂ€nomen in China derzeit gibt, weil die kommunistische und diktatorische Schulbildung in China, wo junge Menschen unter einem enormen Druck stehen und somit den Kopf zwangslĂ€ufig in den Sand stecken. Sie sind mit all den PrĂŒfungen konfrontiert, haben kaum Zeit und den Raum, sich in anderen Bereichen der Entwicklung zu engagieren, wie die glĂŒcklichen Kinder in Europa sind.

Genau wie bei denjenigen Menschen, die aus Nordkorea nach SĂŒdkorea geflohen sind, ist ihre FĂ€higkeit zu lernen und zu denken nicht sofort die gleiche wie die ihrer Altersgenossen in SĂŒdkorea. Genau deshalb denke ich, dass es nicht falsch ist, wenn sie wie eine Maschine hart lernen, um zu ĂŒberleben, zumindest versuchen sie, sich zu Ă€ndern, um sich in die Gesellschaft einzufĂŒgen und einen Beitrag zu leisten und das Gesetz zu befolgen.

Sie haben auch erwĂ€hnt, dass die Chinesen hierherkommen und aktiv lernen und die Gesetze befolgen. Dies steht im Widerspruch zu dem, was Sie vorhin in Ihrer Rede gesagt haben! Vorhin sagten Sie, dass die Chinesen in den letzten 70 Jahren nicht die Möglichkeit hatten, auf Regeln basierende Recht kennenzulernen und auszuĂŒben, deshalb hat die KPCh ein Sozialkreditsystem eingefĂŒhrt. Als die Chinesen nach Deutschland kamen, gingen sie sofort hin, um zu lernen und das Gesetz zu befolgen. Warum ist das so? Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass es daran liegt, dass Deutschland ein Land mit Rechtsstaatlichkeit ist, in dem die Gesetze fĂŒr alle Menschen gleichermaßen gelten, was die KPCh zwar seit ihrer GrĂŒndung immer versprochen hat, aber nie umgesetzt hat und auch nie umsetzen wird.

In Deutschland ist jeder vor dem Gesetz gleich. Deshalb bin ich persönlich froh und bereit, hier zu lernen und das Gesetz zu befolgen. Nichts, was auch nur halbwegs mit dem mosaischen Dekalog zu tun hat. Und ich bin mit Moses nicht besonders vertraut.  Sie verkomplizieren einfache Sachverhalte, um das Fachwissen des Sprechers zu zeigen. Es ist ein Trick, der hĂ€ufig von FunktionĂ€ren der KPCh angewendet wird.

“In diesem Land kann man niemandem außer den Familienmitgliedern vertrauen, und in diesem Punkt (dem Sozialkreditsystem) erhebt nicht eine einzige Person Einspruch.” Das ist auch eine besonders radikale Aussage, denn laut Ihnen hat keiner der Chinesen andere Freunde oder Freundschaften als die unter Familienmitgliedern. In jedem Land auch in China gibt es sowohl harmonische Familien als auch wenige harmonische Familien. Genau wie deutsche Familien sind sie alle gleich menschlich und haben genauso Familien- und Freundschaftsbeziehungen.  Umgekehrt gibt es Menschen, die ihren Verwandten nicht vertrauen, aber ihren Freunden mehr. Das ist etwas, das von Menschen zu Menschen unterschiedlich ist.

Die Situation, die Sie beschreiben, gilt allerdings sehr wohl fĂŒr die FunktionĂ€re der KPCh, die durch Korruption und Bereicherung all den Reichtum auf den Namen ihrer MĂ€tressen oder unehelichen Kinder setzen, die eine blutsverwandtschaftliche Beziehung zu diesen FunktionĂ€ren haben. Ich frage mich, ob man das als eine “Familie” nennen könnte. Ihre Logik gilt also nur fĂŒr die KPCh-FunktionĂ€re, nicht fĂŒr das normale chinesische Volk. ich gehe davon aus, dass Sie wĂ€hrend Ihrer Zeit in China viel mehr mit kommunistischen WĂŒrdentrĂ€gern in Kontakt waren als mit dem einfachen chinesischen Volk, so dass Ihr VerstĂ€ndnis ĂŒber die chinesische Gesellschaft in hohem Maße mit der Ideologie der KPCh-FunktionĂ€re ĂŒbereinstimmt.

Was die Frage anbetrifft, warum die Chinesen der allgegenwĂ€rtigen Überwachung in China nicht widersprechen, gibt die Metapher von Charles Handy mit dem Forsch im langsam kochenden Wasser die passende Antwort dazu. Außerdem zeigt die Tatsache, dass die Ausgaben der KPCh fĂŒr die Aufrechterhaltung der StabilitĂ€t bereits gleichauf mit den MilitĂ€rausgaben sind, was bedeutet, dass es innerhalb der chinesischen Gesellschaft eine starke Opposition gegen die Regierung gibt. Man sollte nicht einfach behaupten, dass die Chinesen nicht gegen die KPCh und ihre Politik sind.

Werden all die unzĂ€hligen Kameras auf den Straßen zur Steuerung des Verkehrs genutzt? Definitiv nicht, das sind alles Werkzeuge der Regierung, um das Volk zu ĂŒberwachen, um die vermeintliche StabilitĂ€t aufrechtzuerhalten. Die Chinesen leben in einer Gesellschaft, die von der digitalen Technologie versklavt wird. HĂ€tten Hitler und Stalin damals eine solche Technologie gehabt, hĂ€tten sie sie auch eingesetzt. Das zeigt, dass das chinesische Volk einerseits einer GehirnwĂ€sche unterzogen und andererseits ĂŒberwacht wird. Eine offene Opposition ist derzeit schwierig, wie man in den letzten zwei Jahren in Hongkong gesehen hat. Offene Opposition werden im Keim erstickt. Oppositionen gibt es aber wie Sand am Meer in China. Fast jeder Chinese leidet unter der kommunistischen Diktatur, wie Deutschland unter der Nazi- und SED-Herrschaft. Ihre Behauptung, dass es in China keine Opposition gibt, zeigt, dass Sie kein tiefes VerstĂ€ndnis fĂŒr die wirkliche Situation des chinesischen Volkes haben wollen.

  • Über den Begriff Individuum

Ihr VerstĂ€ndnis dieses Konzepts entspricht der offiziellen ErklĂ€rung der Kommunistischen Partei Chinas. HĂ€tten Sie die zwangsweise von der kommunistischen Regierung aus der eignen Wohnung vertriebenen Familien in China besucht, hĂ€tten Sie den Wunsch des chinesischen Volkes nach Privateigentum und persönlichen Werten stark spĂŒren können. Es gibt ein altes chinesisches Sprichwort: “Wenn die Menschen es nicht fĂŒr sich selbst tun, wird der Gott sie bestrafen”. Dieses Sprichwort drĂŒckt den Egoismus der natĂŒrlichen Menschlichkeit aus. Es spricht auch den gesunden Menschenverstand an, der besagt, wenn sich eine Person nicht einmal um ihre eigenen Interessen kĂŒmmern kann, ist es nicht zu rechtfertigen, dass sie sich fĂŒr das Kollektiv opfert.

Die KPCh hat das chinesische Volk einer GehirnwĂ€sche unterzogen, indem sie stets die Idee des “Opferns des Kleinen zum Wohle des Großen” und “kollektive Interessen ĂŒber alles” propagiert hat. Aber es stellt sich heraus, dass alle von der Kommunistischen Partei propagierten Beispielfiguren gefĂ€lscht sind, und niemand wĂŒrde die propagierten Taten im realen Leben tun. Es gibt zum Beispiel viele unwissende Menschen, die an den selbstlosen und aufopfernden Soldaten der KPCh Lei Feng glauben. Er ist so selbstlos wie Jesus. Aber es ist traurig, aber wahr, dass Sie als anerkannter Sinologe und Professor, der lange Zeit in China lebte und arbeitete, an solchen kommunistischen und diktatorischen LĂŒgen glauben und diese sogar öffentlich predigen.

Der Kommunismus hat auch in der DDR geherrscht. Sie sollten in der Lage sein zu verstehen, dass das alles LĂŒgen und GehirnwĂ€sche sind. Das bestĂ€tigt auch die Frage eines Zuhörers, der ebenfalls an einer Hochschule arbeitet und mit vielen jungen Chinesen in Kontakt kam, dass die jungen Chinesen nicht so eins sind, wie Sie es beschreiben, sie sehen die Hochschulstudenten in China als Konkurrenten, die jeder fĂŒr sich selbst konkurriert. Sie selbst waren offensichtlich in Gedanken versunken, als Sie diese Frage gestellt bekamen, aber natĂŒrlich wissen nur Sie, was Sie in diesem Moment gedacht haben. Offensichtlich ist auch Ihre Antwort auf diese Frage ein Non-Sequitur, dass chinesische SchĂŒler Lernmaschinen sind und nicht denken. Die Tatsache, dass Chinesen nach Deutschland kommen und sich an die Gesetze halten, auch ohne religiöse Gebote etc. verinnerlicht zu haben, steht nicht in direktem Zusammenhang mit der Frage.

Sie erwĂ€hnten auch, dass die Chinesen sehr wohl versuchen, eine unpolitische Insel des VergnĂŒgens zu schaffen, unpolitisch. Stimmt, aber Sie beschreiben auch nur das PhĂ€nomen, nicht die GrĂŒnde dafĂŒr. Die Tatsache ist, wie Sie bereits erwĂ€hnt haben, will die KPCh das Sozialkreditsystem einfĂŒhren, unzĂ€hlige Kameras auf den Straßen und die Mobiltelefone, die von den Chinesen benutzt werden, die APPs in den Handys, wie WeChat, TikTok, all das sind Mittel fĂŒr die Regierung, um das Volk zu ĂŒberwachen. Sobald jemand etwas sagt oder schreibt, was der Regierung nicht gefĂ€llt, steht sofort ein Polizist vor der TĂŒr, in weniger schwerwiegenden FĂ€llen werden sie auf die Polizeiwache gebracht und weiter verhört. In schwerwiegenden FĂ€llen kommt nachts sogar die Geheimpolizei zu Ihnen nach Hause, um den „WasserzĂ€hler zu ĂŒberprĂŒfen“.

Das sind verdeckte Drohungen. Es wird die ganze Familie betreffen. Mit der Zeit hören die Leute auf, ĂŒber Politik zu reden, weil es sie in Schwierigkeiten bringt und ihre Familienmitglieder verwickelt. Trotzdem werden, wie Sie bereits erwĂ€hnten, die Kosten fĂŒr die Aufrechterhaltung der StabilitĂ€t im von einer Diktatur regierten China von Jahr zu Jahr höher, denn je mehr Druck die KPCh auf das Volk ĂŒbt, umso grĂ¶ĂŸer ist der Widerstand. Zusammenfassend lĂ€sst sich sagen, dass das sogenannte kollektive Interesse immer Vorrang vor dem individuellen Interesse hat – nur ein Slogan, mit dem die Kommunistische Partei das chinesische Volk einer GehirnwĂ€sche unterzieht. Das chinesische Volk sehnt sich nach dem Schutz des Privateigentums und Respekt individueller Werte, genauso wie Menschen in Deutschland. Ihre Ansichten ĂŒber das Individuum in China entsprechen der offiziellen kommunistischen Ideologie und reprĂ€sentieren nicht das Leid tragende chinesische Volk. Bitte hören Sie auf, kommunistische und diktatorische Ansichten zu verbreiten oder diese geschickt zu rechtfertigen.

  • Über Trumps Politik gegen das KPCh-Regime

Ein Zuhörer erwĂ€hnte Trumps Politik gegen das KPCh-Regime, welche uns im Vergleich zu EU, die noch keine klare Strategie hat, bereits einen Schritt voraus war. Man konnte sehen, wie Sie ebenso tief in Gedanken versunken waren, als Sie dieser Frage zuhörten. Ich stimme dem Fragesteller ausdrĂŒcklich zu. Sogar der einstige Trump-Gegner, PrĂ€sident Biden, setzt die Trumps Politik gegen das KPCh-Regime nicht nur fort, sondern verschĂ€rft sie sogar.

Der Aufstieg Chinas ist zum einen das Ergebnis von 1,4 Milliarden billigen und versklavten ArbeitskrÀften, von denen viele ihr ganzes Leben lang ohne soziale Absicherung gearbeitet haben und es sich nicht leisten können, krank zu werden oder zu sterben. Andererseits ist es die Strategie der KPCh, den riesigen chinesischen Markt gegen westliche Technologie zu tauschen bzw. das westliche Knowhow zu stehlen. Die Gewinnorientierung der westlichen Kapitalisten und die bösen Ambitionen der KPCh passen perfekt zusammen.

Seit Trumps Amtsantritt hat endlich ein Politiker aus dem Westen das Essenz der KPCh wahrgenommen und eine Reihe von Sanktionen gegen sie verhĂ€ngt. UnglĂŒcklicherweise hat die Kommunistische Partei, die jahrelang die westliche Welt unterwandert und infiltriert hat, PrĂ€sident Trump eine Menge Widerstand entgegengebracht. PrĂ€sident Trump hat es nicht geschafft, gute Beziehungen zu europĂ€ischen LĂ€ndern aufzubauen, so dass er auch in Europa unbeliebt ist. Insgesamt ist Trumps Politik gegen die KPCh richtig. Deshalb herrscht in den USA ĂŒberparteilicher Konsens in der US-China Politik. Bedauerlicherweise hat sich Ihre Aussage nicht bewahrheitet, dass sich das US-China-VerhĂ€ltnis unter PrĂ€sident Biden normalisiert. Die EU ist jetzt in der schwierigen Lage, sich um des Profits willen von der KPCh zu trennen, aber frĂŒher oder spĂ€ter wird die EU das wahre Gesicht und die niedertrĂ€chtige Ambition der KPCh erkennen. Bis dann wird die EU eine einheitliche gegen KPCh-Politik bilden und sich schließlich auf die Seite der USA stellen.

  • Über Äthiopien (Landgrabbing)

Die Fragestellerin sprach darĂŒber, wie die KPCh den Bauern das Land in Äthiopien in Ostafrika wegnahm, um Baumwolle anzubauen. Die Einheimischen arbeiten wie Sklaven auf ihrem eigenen Land. Die Menschen haben dann versucht, von dort zu fliehen und nach Europa zu kommen. Die Fragestellerin hoffte, dass die EU etwas gegen diesen Landraub unternimmt und den Menschen dort helfen wĂŒrde, weiterhin auf ihrem eigenen Land zu leben.

Sie waren mit der Aussage der Fragestellerin einverstanden und erkannten an, dass die KPCh Äthiopien kolonisiert und zum Baumwollanbau gezwungen hat, was indirekt den Wahrheitsgehalt des Xinjiang-Baumwollvorfalls beweist. Aber Sie widersprechen der EinschĂ€tzung der Fragestellerin, dass Europa und die USA mit dem Guantanamo-GefĂ€ngnisvorfall ihr moralisches Kapital in den MĂŒlleimer geworfen haben und daher nicht in der Lage sind, mit der KPCh ĂŒber Menschenrechte und MenschenwĂŒrde zu reden. Das ist wahrscheinlich das eigentliche Motiv fĂŒr Ihre frĂŒhere Verzerrung des chinesischen VerstĂ€ndnisses ĂŒber Menschenrechte und MenschenwĂŒrde.

Nach Ihren AusfĂŒhrungen haben einerseits die Chinesen ein anderes VerstĂ€ndnis von Menschenrechten und MenschenwĂŒrde, andererseits hat man im Westen kein moralisches Kapital, der KPCh wegen Menschenrechtsverletzungen und Missachtung der MenschenwĂŒrde vorzuwerfen. Was fĂŒr eine perfekte Logik. Nach Ihrer Logik haben die Nazis die Juden massakriert, also können die KPCh auch die Studenten auf dem Tiananmen Platz, die Tibeter, die Uiguren in Xinjiang, die Hongkonger massakrieren.

Die Deutschen sollten am besten die Klappe halten, denn sie haben auch die Juden massakriert.

Wenn mein Großvater ein Mörder gewesen wĂ€re und ich sĂ€he, wie jemand auf der Straße einen Mord beging, sollte ich dann gleichgĂŒltig sein? Weil mein Großvater auch ein Mörder gewesen wĂ€re… Herr Professor, Ihre Logik stellt ein besonders kommunistisches Denken und kommunistische Logik dar. Das ist gefĂ€hrlich. Es ist ein Verbrechen, Diktatur zu verteidigen.

  • Über Hongkong

Ein Zuhörer hat das Thema Hongkong erwĂ€hnt. Sie waren dabei sehr nervös. Sie begannen damit, den Ursprung der “Gleichheit vor dem Gesetz” zu erklĂ€ren, dann sagten Sie: “Nicht in China, in China gibt es nur große Unterschiede, zum Beispiel haben die Chinesen einen natĂŒrlichen verinnerlichten Unterschied in den fĂŒnf Beziehungen (Ehemann und Ehefrau, Vater und Sohn, Bruder und Schwester, Meister und SchĂŒler, Herrscher und Untertan), von oben bis unten, sogar Zwillinge sind unterschiedlich, der Ă€ltere und der jĂŒngere, weil sie nicht zur gleichen Zeit aus dem Mutterleib kommen, was die Chinesen dazu bringt, schnell festzustellen, wenn sie sich kennenlernen,  legen sie schnell Beziehung zwischen dem Älteren und JĂŒngeren fest. Der Ältere wird als der Ältere bezeichnet und der JĂŒngere als der JĂŒngere, es gibt immer eine Hackordnung darin. Unsere Gleichberechtigung verlangt einen Lichtjahrabstand zu den Chinesen. “

Sie sind in der Lage, die fĂŒnf Beziehungen, die der Konfuzianismus zusammenfasst, zu nennen. Das zeigt, dass Sie etwas ĂŒber die klassische chinesische Kultur wissen, aber leider ist das, was Sie hier gesagt haben, Pseudo-Konfuzianismus. Was Sie sagen wollen, ist, dass “der Herrscher der Herrscher des Hofes ist, der Vater der Herrscher des Sohnes und der Ehemann der Herrscher der Ehefrau”. Die Bedeutung dieser Aussage ist in der Tat, wie Sie sagen, eine ernsthafte Hierarchie und Ungleichheit. Aber haben Sie den zeitlichen Zusammenhang, in dem die Ideologie entstanden ist, ĂŒberprĂŒft? Warum wurde es weitergegeben? Sie wurde von Dong Zhongshu wĂ€hrend der Herrschaft von einem Kaiser der Han-Dynastie vorgeschlagen, alle anderen Ideologien zu verwerfen und nur den Pseudo-Konfuzianismus zu verehren. Der authentische Konfuzianismus befĂŒrwortete die Gleichheit in den menschlichen Beziehungen, aber das war nicht förderlich fĂŒr die herrschende Klasse, die ĂŒber dem Volk stand. Daher half er der herrschenden Klasse, den Konfuzianismus so umzuschreiben, dass das Volk einer GehirnwĂ€sche unterzogen bekam. Das wurde seither von den aufeinanderfolgenden Herrschern benutzt.

Heutzutage hat die KPCh es noch verstĂ€rkt und perfektioniert. Mencius, der das authentische Denken des Konfuzianismus am besten reprĂ€sentiert, sagte in seinen ursprĂŒnglichen Worten: “Der Herrscher ist ein Vorbild seiner Vasallen, der Vater ist ein Vorbild seiner Kinder. “Das Volk ist am wichtigsten, der Staat ist zweitrangig und der Herrscher ist ebenfalls zweitrangig. “Ein Herrscher kann als Vorgesetzter und ein Vasall als Untergebener verstanden werden. Ein Herrscher muss sich wie ein Herrscher verhalten, bevor er seine Vasallen bitten kann, sich wie ein Vasall zu verhalten. Ein Vater muss sich wie ein Vater verhalten, bevor er seine Kinder bitten kann, sich wie Kinder zu verhalten. Mit anderen Worten: Alle Menschen sind gleich. Es kann kein unterdrĂŒckendes VerhĂ€ltnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen geben. Das Volk ist das Wichtigste fĂŒr den Staat, der Staat ist zweitrangig und der Kaiser ist ebenfalls zweitrangig. Dies war der autoritĂ€ren Herrschaft des Kaiserreichs offensichtlich nicht zutrĂ€glich, so dass seit der Han-Dynastie daran herumgepfuscht wurde und bis heute.

Die Kaiser seit der Han-Dynastie wollten das Volk versklaven. Die Kommunistische Partei wollte das Volk noch stĂ€rker versklaven, also wollten sie dem Volk nicht die Wahrheit sagen. TatsĂ€chlich ist das chinesische Volk nur durch eine Firewall von der Welt getrennt, die KPCh quetscht das hart verdiente Geld des chinesischen Volkes aus und benutzt das blutgetrĂ€nkte Geld, um die Firewall-Technologie von der Wall Street (Silicon Valley) zu kaufen, die Mauer kommt allen drei Parteien zugute, das gehirngewaschene chinesische Volk leidet zwar darunter, aber schmerzhaft und „glĂŒcklich“ (auf eigener unpolitischer Insel). Die Kapitalisten an der Wall Street verdienen eine Menge Geld, die KPCh spricht im Namen des chinesischen Volkes nach außen zur Welt und nach innen zum chinesischen Volk und manipuliert nach Belieben 1,4 Milliarden Menschen innerhalb der Mauer. Zum Beispiel kann die KPCh nach innen sagen, dass der Imperialismus an uns zugrunde geht, und nach außen, dass sich AuslĂ€nder nicht in die Innenpolitik Chinas einmischen dĂŒrfen. Die Existenz von Firewall und großer Propaganda im Ausland macht es den Menschen innerhalb der Mauern unmöglich, die reale Welt zu verstehen. Selbst wenn sie ĂŒber die Mauern gelangen können, werden sie von allerlei großer Propaganda im Ausland finanziert durch KPCh (neun Schichten von DĂ€monentĂŒrmen) geblendet.

Aber es gibt Hoffnungen, es ist wie ein Haus, das seit Tausenden von Jahren dunkel war, wenn man ein Licht in dem Haus anzĂŒndet, wird der ganze Raum erhellt. Um Frieden und Gerechtigkeit dauerhaft auf der Welt zu erhalten, muss die KPCh zerschlagen werden. Nach dem Niederreißen der Firewall können die Chinesen die echte Außenwelt verstehen und umgekehrt. Wie US-PrĂ€sident Reagan 1987 in seiner Rede am Brandenburger Tor sagte: “Tear down this wall!” Zwei Jahre spĂ€ter wurde das ostdeutsche Volk endlich aus den FĂ€ngen des Kommunismus befreit. Genauso sollte diese Firewall zwischen China und der Welt niedergerissen werden, damit die LĂŒgen und die Gewalt des Kommunismus keinen Platz mehr haben. 1,4 Milliarden Chinesen werden frei und die gesamte Menschheit tritt in eine neue Ära ein. Die chinesische Forderung nach Gleichheit und die deutsche Forderung nach Gleichheit liegen nicht so weit auseinander wie Lichtjahre, es steht nur eine Mauer dazwischen, wie damals zwischen Ost- und Westdeutschland.

  • Über die EU

Das Einzige aus Ihrem Vortrag, was fĂŒr mich Sinn machte, war zu verstehen, warum sich die gesamte EU gegenĂŒber der KPCh so schwach verhĂ€lt. Es liegt daran, dass einige von Ihnen aufgrund der Versuchung des Profits die EU verkauft haben und einseitig ein Abkommen mit der KPCh unterzeichnet haben, in dem alle Unterzeichner von der KPCh abhĂ€ngig werden und nichts tun durften und wollten, was die vermeintliche SouverĂ€nitĂ€t der KPCh untergraben wĂŒrde. Sie können also alles ignorieren, was in China passiert. Die KPCh massakriert chinesische Studenten, massakriert Tibeter, massakriert Uiguren in Xinjiang, massakriert Menschen in Hongkong. Sie tun so, als wĂŒrden Sie es nicht sehen. Sie beschuldigen die KPCh ĂŒber die Verletzung der Menschenrechte verbal, wĂ€hrend Sie unter dem Tisch alle möglichen Wirtschaftsabkommen unterzeichnen.

Der Ausbruch des neuen Corona-Virus hat unausweichlich schwerwiegende Folgen fĂŒr alle LĂ€nder der Welt. Die KPCh demonstriert mit ihrer Missachtung der Menschenrechte dem Rest der Welt die Überlegenheit der Diktatur, indem sie behauptet, einen “Sieg” gegen die Epidemie erzielt zu haben. Das Land, aus dem das Virus ausbrach, soll laut der Propaganda der KPCh inzwischen fast frei von Epidemien sein. Was soll die Welt davon halten? Glauben Sie wirklich an den natĂŒrlichen Ursprung des Virus? Kein einziges Land hat es gewagt aufzustehen und zu fordern, dass die KPCh ihr Labor in Wuhan öffnet, damit internationale Organisationen offen und transparent eine ordentliche Untersuchung durchfĂŒhren können. Stattdessen prallen westliche Handlanger der KPCh wie Peter Daszak online, wie schön es sein wird, mit seinen kommunistischen Kollegen und Kolleginnen aus der Virologie der KPCh wie Frau Shi Zhengli chinesischen Schnaps Maotai zu trinken, wenn er im Auftrag der WHO die Untersuchung in Wuhan durchfĂŒhren wird. In der Tat veröffentlichte die WHO nach der lĂ€cherlichen kurzen Visite in Wuhan einen von der KPCh vorgegebenen Untersuchungsbericht. Ist das Aufschieben des Investitionsabkommens der EU mit China ein Hinweis darauf, dass die EU allmĂ€hlich aufwacht und die Gefahren der KPCh erkannt hat? Hoffentlich wird die EU tatsĂ€chlich gegen die KPCh handeln, nicht nur ein Lippenbekenntnis ablegen.

  1. Schlusswort

Sehr geehrter Herr Prof. Englert, Herr Professor Sinologe, Ihre Rede hat nicht nur den Gastgeber schockiert, sondern auch mich, einen in Deutschland lebenden Chinesen. Ich glaube, dass auch das Publikum und alle, die Ihre Propaganda fĂŒr die KPCh gesehen haben, schockiert sind. Man sollte nachdenken, aus welcher Motivation Sie Propaganda fĂŒr die KPCh treiben. Es gibt eine Firewall zwischen den Chinesen und den Menschen auf der Welt, nicht nur eine physische und technische Firewall, sondern auch eine mediale Propaganda-Firewall, die die Kommunistische Partei seit Jahren im In- und Ausland aufgebaut hat. Es gibt auch eine Sprachbarriere zwischen den Chinesen und den Deutschen.

Sowohl die Firewall als auch die Sprachbarriere sind fĂŒr das chinesische Volk undurchdringlich, wĂ€hrend Sie als Sinologe sowohl von der Firewall als auch von der Sprachbarriere frei sind. In gewissem Sinne ist das, was Sinologen im Ausland sagen, die Übermittlung der Botschaft Chinas an die Außenwelt im Namen des chinesischen Volkes. Aber es ist traurig zu sehen, dass Sie falsche Vorstellungen und Wahrnehmungen ĂŒber China verbreiten. Ich hoffe, meine Kommentare zu Ihrem Vortrag heben zum besseren VerstĂ€ndnis und zur Kommunikation beigetragen. Ich hoffe, ich habe bei Ihnen nicht den Eindruck hinterlassen, dass chinesische Studenten alle nur Lernmaschinen und Textverarbeitungswerkzeuge sind. Offene Diskussionen und Debatten sind willkommen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Danny

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Die Himalaya Friends Deutschland kĂ€mpft fĂŒr liberale Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit im Neuen Bundesstaat China. #NewFederalStateOfChina Jun. 08